In 6 Schritten zu einem strukturierten Stakeholdermanagement

In 6 Schritten zu einem strukturierten Stakeholdermanagement - Die ultimative Anleitung

Dies ist die beste Anleitung zu einem strukturierten Stakeholdermanagement, die du im Internet finden wirst.

Lies weiter und ich beweise es dir.

Gleichzeitig werde ich dir zeigen, wie du dein Stakeholdermanagement so massiv verbessern kannst, dass deine Projekte einfacher und mit mehr Unterstützung verlaufen werden.

Wenn du das Wissen aus diesem Artikel nutzen wirst, dann erzielst du:

  • Mehr Akzeptanz und Zustimmung zu dem Projektvorhaben
  • Bessere Zusammenarbeit mit allen betroffenen, beteiligten und interessierten Personen
  • Weniger Konflikte und Widerstände
  • Langfristig anhaltende Projekterfolge
  • Erhöhte Kundenzufriedenheit
  • Frühzeitige Risikoerkennung
  • Ressourcenoptimierung
  • Klare und transparente Kommunikation und Informationsaustausch

Und das alles zusammen wird deinem Ruf und deiner Karriere helfen.

Also.

Bereit, die Kunst vom Stakeholdermanagement zu meistern?

Dann legen wir los.

Inhaltsverzeichnis

1. Schritt Stakeholdermanagement-Spiel: Ich sehe wen, wen du nicht siehst

1. Schritt
Stakeholdermanagement-Spiel:
Ich sehe wen, wen du nicht siehst

Laute Musik, Disco-Beleuchtung, glückliches Lachen und ich war nicht dabei.

In dreckigen Klamotten, müde und mit einem halbvollen Farbeimer habe ich beobachtet, wie auf der anderen Straßenseite ziemlich groß gefeiert wurde.

Ich hatte schon mehrere Stunden zuvor eine gewisse Unruhe in der Nachbarschaft bemerkt. Allerdings waren wir noch dabei, unser Haus zu bauen und wohnten dementsprechend noch nicht dort. Somit kannte ich nur flüchtig ein paar Menschen aus unserem neuen Heimatort.  

Was denkst du, wie habe ich mich in diesem Moment gefühlt?

Irgendwie traurig.

Nicht weil unsere Nachbarn ohne mich gefeiert haben, sondern weil wir nicht eingeladen wurden.

Wir hätten höchstwahrscheinlich sowieso abgesagt, da wir unter starkem Zeitdruck standen. Aber ich hätte mich gefreut, gefragt zu werden.

So geht es vielen Stakeholdern. Eventuell sogar denen, die dir später, weil sie vergessen wurden, Steine in den Weg des Projekts legen werden.

Aus diesem Grund ist der erste Schritt auf dem Weg zum erfolgreichen Stakeholdermanagement: die Identifizierung aller beteiligten, betroffenen und interessierten Personen.

Wie geht das?

Dafür kenne ich mehrere Methoden.

Stakeholder-Spürnasen

Zehn Augen sehen mehr als zwei.

Eine perfekte Möglichkeit, Projektstakeholder herauszufinden, ist ein Workshop mit deinem Projektteam. Die Teilnehmenden können dabei über Erfahrungen aus ihren anderen Projekten berichten und eventuell gewisse Parallelen im Stakeholdermanagement feststellen.

Ihr könnt zusammen mittels verschiedener Kreativitätstechniken wie zum Beispiel der Fragetechnik oder dem Brainstorming eine Liste mit potenziellen beteiligten, betroffenen und interessierten Personen erstellen.

Im Grunde genommen geht es in dem ersten Schritt des Stakeholdermanagements um den ersten Entwurf aller möglichen Personen, die irgendwie etwas mit dem Projekt zu tun haben können. Für den ersten Einstieg in das Thema könnten folgende Fragen helfen:

  • Welche Stellen, welche Bereiche und welche Personen könnten von dem Projektvorhaben betroffen sein?
  • Welche Schnittstellen haben diese Bereiche?
  • Welche Schnittstellenprojekte gibt es in unserem Unternehmen?
  • Welche Stellen, welche Bereiche und welche Personen könnten an dem Projektvorhaben interessiert sein?
  • Wer könnte das Projekt stoppen?

In einer Gruppendiskussion entsteht meistens eine unaufhaltsame Dynamik, ein Workflow, in dem die besten Ergebnisse erzeugt werden können.

Stakeholdermanagement-Schatzkiste

Wenn ein Projekt zu Ende geht, sind alle Beteiligten einfach froh, dass alles vorbei ist. Endlich kann man sich “nur” auf eigene Linienaufgaben fokussieren. “Reine” Projektmanager:innen freuen sich bereits auf die neuen Projekte und neue Herausforderungen.

Dabei kann es schon vorkommen, dass auf eine Lessons-Learned-Veranstaltung verzichtet wird. Sie ist aber meistens der Schlüssel zum Erfolg aller weiteren Projektvorhaben.

Nur durch eine Zusammenfassung und Dokumentation der wichtigsten Punkte in allen Projektphasen sowie der positiven und negativen Erfahrungen können alle Mitarbeitenden richtig profitieren.

Trage in deinem Unternehmen unbedingt zur Entwicklung einer Projektmanagement-Datenbank bei. Darauf kann man auch dann zugreifen, wenn man nach Stakeholdern sucht. Das könnte in Form einer Tabelle mit Projekten, ihren Stakeholdern und eventuell mit ihren Besonderheiten (wenn das natürlich die jeweiligen Interessenvertretungen zulassen) organisiert werden.

Interner Kompass

Lesen erspart Doppelarbeit.

Warum?

Denn alle Stellen und alle Bereiche sind immer in jeder Organisation beschrieben. Du kannst bereits allein aus dem Organigramm, den Stellenbeschreibungen und den Unternehmens- und Projektverträgen die meisten Stakeholder ermitteln.

Sei nicht faul und verlasse dich nicht nur auf deine Erfahrungen.

Denke groß, handle gezielt.

Prozessmanagement-Methode

Als geborene Prozessmanagerin kann ich diese geniale Möglichkeit, schnell und vollzählig alle Stakeholder zu identifizieren, nicht verschweigen.

Dabei musst du “nur” grob alle Prozesse beschreiben, die in den beteiligten Bereichen stattfinden. Daraus ergeben sich wie von selbst die meisten Stakeholder.

Das Ergebnis dieses Schrittes sollte eine Liste mit allen internen und externen betroffenen, beteiligten und interessierten Personen sein.

Stakeholdermanagement-Schachspiel: Möge die Macht mit dir sein

2. Schritt:
Stakeholdermanagement-Schachspiel:
Möge die Macht mit dir sein

Irgendwie hat mich meine Beobachtung schon wieder getäuscht.

Ich war mir so sicher, dass es an dieser Kasse schneller geht…

Jetzt stehe ich wie immer in der falschen Schlange.

Das Gleiche hatte ich mit der Fahrspur auf dem Weg zum Laden.

Beim Spurwechsel hat sich automatisch der Stau auf meine neue Fahrbahn verlagert. 

Wie ist das möglich? Egal, wofür ich mich entscheide, es ist immer falsch.

Kennst du solche Situationen?

Im Projektmanagement darf so etwas nie passieren. Verlasse dich nie allein auf dein Bauchgefühl oder eine Beobachtung. Analysiere deine Stakeholder gründlich.

Wie?

Dafür gibt es mehrere Methoden:

  • die Stakeholdermanagement-Schatzkiste (interne Projektmanagement-Wissensdatenbank),
  • Umfragen bei den Stakeholdern,
  • Interviews und
  • möglicherweise Pressemitteilungen sowie
  • Internet-Informationen.

Dein Ziel dabei ist es, ein Bild mit folgenden Aspekten für jeden Stakeholder zu bekommen:

  • seine Einstellung zum Projektvorhaben und den Grund dafür sowie
  • das Ausmaß seines Einflusses auf das Projekt und insgesamt im Unternehmen.

Am besten passt dazu eine Darstellung im Koordinatensystem.

3. Schritt:
Karte für Stakeholdermanagement-Labyrinth

“Wir sind gleich da”, sagte uns der Polizist.

Verwirrung und Verärgerung verbreiteten sich in unserer sonst so angenehmen Urlaubsatmosphäre im Wohnmobil aus.

Es geschah in einer kleinen Stadt auf unserem Heimweg, nachdem wir bereits eine Woche unterwegs waren und eigentlich schon am Vortag direkt nach Hause fahren wollten.

Doch mehrere lange Staus hatten unseren Weg um viele Stunden verzögert und uns erschöpft.

Es war bereits dunkel und leicht regnerisch.

Also beschlossen wir, in einer Stadt in der Nähe der Autobahn zu übernachten.

Der Wohnmobilstellplatz sah im Licht der Laternen ruhig aus, war aber leider komplett ausgebucht.

Da wir unmöglich weiterfahren konnten, stellten wir uns auf ein paar PKW-Parkplätze an der Seite.

Die Nacht verlief recht ruhig, doch am nächsten Morgen begann das Chaos.

Viele Autos kamen und gingen, begleitet von lautem Kindergeschrei.

Erst dann bemerkten wir, dass sich nur wenige Meter von unserem Wohnmobil entfernt ein Kindergarten befand und wir offensichtlich auf seinen Parkplätzen standen.

Das Schlimmste kam jedoch erst ans Licht, als wir das Kinderbett hochhoben: Jemand hatte sein Auto nur wenige Zentimeter vor unserem abgestellt.

Wir waren zugeparkt:

Ein anderes Wohnmobil stand hinter uns und ein PKW genau vor uns.

Nachdem wir eine halbe Stunde gewartet und vergeblich nach dem Besitzer gesucht hatten, riefen wir schließlich die Polizei an.

Offensichtlich hatte jemand auf dem Stellplatz unser Telefonat mitgehört und wusste genau, wem das Auto gehörte.

Kurz darauf kam eine Kindergartenerzieherin heraus.

Meinst du, sie hat sich entschuldigt?

Nein, ganz im Gegenteil.

Sie beschuldigte uns des Falschparkens.

Wie ging es weiter?

Die Polizei traf kurz darauf ein und zwang die Erzieherin dazu, das Auto wegzufahren.

Sie wollte uns eine Lektion erteilen, wurde jedoch von der Polizei als Schuldige behandelt.

Wir wussten bereits im Voraus, was sie uns sagen wollte.

“Man kann nicht nicht kommunizieren”. Dieses Zitat stammt von dem bekannten Psychotherapeuten und Kommunikationstheoretiker Paul Watzlawick. Wie wahr!

Genauso ist es in Projekten. Wenn du irgendwelche Stakeholder vergisst und ihnen bestimmte Informationen über das Projekt nicht weitergibst, entsteht für sie trotzdem eine gewisse Botschaft: Du ignorierst sie und ihre Position im Unternehmen.

Mit allem, was wir tun oder nicht tun, kommunizieren wir anderen Menschen, was wir denken oder nicht denken.

Es ist oft verwirrend und ärgerlich, aber leider wahr.

Was bedeutet das für Stakeholdermanagement?

Damit bei allen Stakeholdern nur die Botschaften ankommen, die du wirklich senden möchtest, bereite dich besser vor: Erstelle einen Maßnahmenplan.

Was ist das?

Das ist eine Tabelle, in der du alle Stakeholder auflistest und passende Maßnahmen bzw. Kommunikationsmethoden für sie definierst.

Klingt das zu einfach?

Das ist es aber nicht. Du musst für jeden Stakeholder basierend auf deiner vorherigen Analyse feststellen:

  • wie viel Zeit sinnvoll wäre, mit ihm zu verbringen,
  • wie oft,
  • welche Maßnahmen für ihn geeignet wären,
  • was du kommunizieren möchtest und
  • mit welchem Ziel.

Im Projektmanagement wird aus Effizienzgründen empfohlen, sich an folgenden 4 Strategien zu orientieren:

  • Diskursive Strategie,
  • Repressive Strategie,
  • Restriktive Strategie und
  • Partizipative Strategie.

Diskursive Strategie

Das Schlimmste, was einem Projektteam passieren kann, ist ein Stakeholder, der über eine gewisse Macht und Einfluss auf das Projektgeschehen hat, aber gleichzeitig negativ gegenüber diesem Projekt eingestellt ist. Solche gibt es jedoch fast immer.

Somit muss man lernen, auch diese Stakeholder zufriedenzustellen. Im besten Fall machst du aus solchen Gegnern Befürworter. Das ist zwar ein langer Weg, aber nichts, was komplett unmöglich wäre.

Was musst du dafür unternehmen?

Wende die diskursive Strategie an:

Das Wichtigste ist, die Stakeholder immer aussprechen zu lassen. Als nächstes musst du versuchen, ihre Meinung zu verstehen. So sehen sie, dass auch ihre Meinung fürs Projektteam wichtig ist.

Um das noch mehr zu unterstreichen, wäre das Beste:

Ihre Meinung bei der Lösungsentwicklung und allgemein bei der Projektarbeit einzubeziehen.

Setze anschließend die Goethe-Strategie um: „Tue Gutes und sprich darüber“. Erzähle unbedingt dem betroffenen Stakeholder, wie das Projektteam seine Ansätze implementiert hat.

Mache ihn jedoch nicht zu dem Teil des Projektteams, sondern eher zu einem Beobachter, der in regelmäßigen Austauschterminen über den aktuellen Projektstand informiert wird.

Repressive Strategie

Die repressive Strategie ist für die Stakeholder mit geringem Einfluss auf das Projektgeschehen gedacht, die aber negativ gegenüber dem Projektvorhaben eingestellt sind.

Das sind harmlose Menschen. Deshalb sollten keine aufwändigen Maßnahmen für sie geplant werden. Der Aufwand sollte somit angemessen zum Nutzen sein.

Dein Ziel ist dabei, sie bei Laune zu halten. Du informierst sie über alle Projekterfolge und erreichten Meilensteine. Das minimiert ihr Konfliktpotenzial und zeigt großartige Vorteile und Möglichkeiten in Verbindung mit dem Projektvorhaben auf.

Restriktive Strategie

Die restriktive Strategie ähnelt der repressiven Strategie. Ihre Zielgruppe sind alle Stakeholder, die das Projekt zwar gut finden, aber leider keinen direkten Einfluss auf seinen Erfolg haben.

Somit beinhaltet die restriktive Strategie folgende Kernpunkte:

  • Keine direkte Beteiligung an Projektabstimmungen,
  • Einseitige Kommunikation,
  • Geringer Aufwand der Maßnahmen,
  • Das Ziel: Die Förderung einer positiven Einstellung gegenüber dem Projektvorhaben.

Partizipative Strategie

Die partizipative Strategie ist die interessanteste, kreativste und aufwändigste Strategie von allen. Das liegt an den Eigenschaften ihrer Zielgruppe. Das sind mächtige und zum Glück projektmäßig positiv eingestellte Stakeholder. 

Solche Menschen musst du extrem wertschätzen. Idealerweise machst du sie zum Teil des Projektteams und bindest sie intensiv bei allen Entscheidungen ein.

Bei diesen Stakeholdern musst du dir richtig Mühe geben, um sie zu begeistern.

 

Im 4. Schritt geht es also darum, dass du Maßnahmen anhand der Ergebnisse der Analyse definierst und deine Prioritäten setzt. Denn auch deine Ressourcen sind nicht unendlich. Lege also deinen Fokus mit Bedacht.

Vertieftes Wissen für Stakeholdermanagement: Change Management. Erfolgreiche Begleitung bei Veränderungen.

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Jedes Projekt bedeutet eine Veränderung.

Erfahre, wie du deine Stakeholder am besten im Projekt begleiten kannst, um sie zu deinen Verbündeten zu machen.

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4. Schritt:
Stakeholdermanagement-Erfolgsformel:
Wie du ein nachhaltiges Netzwerk aufbaust

Im Jahr 1898 starb Jim Farley tragisch bei einem Pferdeunfall in einem Dorf im Bundesstaat New York. Er hinterließ seine Frau und drei kleine Kinder sowie einige hundert Dollar von der Versicherung. 

Sein ältester Sohn Jim war zu diesem Zeitpunkt 10 Jahre alt und musste von da an in einer Ziegelei arbeiten. Der Junge hatte kaum Gelegenheit, sich weiterzubilden, aber er hatte eine natürliche Gabe: Er konnte sich bei den Menschen beliebt machen.

Später begann er eine politische Karriere und entwickelte mit der Zeit eine erstaunliche Fähigkeit: Er konnte sich die Namen aller Menschen merken, die er traf. Obwohl er nie eine höhere Schule besucht hatte, wurde er vor seinem 46. Geburtstag Vorsitzender des nationalen demokratischen Komitees und Postminister der Vereinigten Staaten.

Das Geheimnis von Jim Farleys Erfolg war: Er kannte fünfzigtausend Menschen beim Vornamen.

Wie schaffte er das?

Farley hatte ein System entwickelt, um sich nicht nur die vollständigen Namen der Menschen zu merken, sondern auch ihre Familienverhältnisse, Berufe und politische Einstellungen. Wenn er ihnen das nächste Mal begegnete, konnte er sie persönlich ansprechen und nach ihren Familien und Interessen fragen.

1932 leitete Jim Franklin D. Roosevelts Wahlkampagne und half ihm durch diese Fähigkeit zu gewinnen.

Wie?

Monate vor Roosevelts Kampagne schrieb Farley Hunderte von Briefen an Menschen in verschiedenen Staaten. Dann reiste er in 19 Tagen durch 20 Staaten und traf seine Leute beim Frühstück, Tee, Mittagessen und Abendessen.

Nach seiner Reise schrieb er an jede Person aus jeder Stadt, mit der er gesprochen hatte, eine persönliche Nachricht. Sie begann immer mit “Liebe” oder “Lieber” und endete mit der Unterschrift “Jim”.

Diese Methode brachte ihm eine große Anhängerschaft ein und half ihm dabei, Roosevelt zum Präsidenten zu machen. 

Farleys Erfolg zeigt die Wichtigkeit der Kontaktpflege und wie man durch persönliche Beziehungen viel erreichen kann.

Was war an der Vorgehensweise von Jim so besonders?

Er hat die Menschen nicht einfach nur kennengelernt und getroffen. Farley baute mit jeder Person einen Kontakt auf Beziehungsebene auf.

Wie?

Indem er sich für diese Leute interessierte und sie nach ihren Familien und persönlichen Interessen fragte.

Gib zu, du magst auch die Menschen mehr, die sich für dich interessieren, oder?

Aber das war noch nicht alles.

Jim Farley beließ es nicht dabei, sondern blieb kontinuierlich mit diesen Leuten in Kontakt, um die aufgebauten Beziehungen zu pflegen.

Warum ist das so wichtig?

Ich erkläre es dir:

Stelle dir vor, aus dem Nichts taucht plötzlich eine Person auf, von der du seit Wochen oder Monaten nichts gehört hast. Dabei bittet sie um einen Gefallen oder Rat.

Wirst du ihr sofort helfen? 

Ich glaube nicht. Es ist verständlich, dass dieser Mensch nicht unbedingt an erster Stelle deiner Prioritätenliste stehen wird.

Also baue proaktiv Beziehungen zu den Stakeholdern auf und pflege sie. Dies kann manchmal eine entscheidende Rolle für den Projekterfolg spielen.

5. Schritt: Stakeholdermanagement-Konfliktbalance

5. Schritt:
Stakeholdermanagement-Konfliktbalance

Es war einmal eine gewöhnliche Hausfrau namens Margaret Mitchell. Sie führte ein ruhiges Leben in Atlanta, Georgia und kümmerte sich liebevoll um ihre Familie.

Doch tief in ihrem Inneren hegte sie eine Leidenschaft für das Schreiben.

Eines Tages fasste Margaret den Mut, ihren ersten Roman zu veröffentlichen. Sie hatte jahrelang an diesem Werk gearbeitet und war gespannt auf die Reaktionen der Leser. 

Zu ihrer großen Überraschung wurde das Buch mit dem Titel “Vom Winde verweht” sofort zu einem der größten Bestseller der amerikanischen Literatur.

Innerhalb von nur 3 Monaten wurden über 1 Million Exemplare verkauft. Die Menschen waren begeistert von der Geschichte und Margaret wurde über Nacht berühmt.

Ein Jahr später wurde Margaret Mitchell sogar mit dem renommierten Pulitzer Preis ausgezeichnet.

Doch nicht jeder gönnte der Schriftstellerin ihren Erfolg.

Eine neidische Nachbarin konnte es nicht ertragen, dass ausgerechnet die Hausfrau aus der Nachbarschaft so viel Ruhm erlangt hatte. 

Eines Tages sprach sie Margaret an: “Margaret, es ist ein wundervolles Buch! Wer hat es eigentlich für dich geschrieben?”

Die Schriftstellerin lächelte milde und antwortete gelassen: “Es freut mich, dass es dir gefallen hat. Wer hat es denn für dich gelesen?”

Diese Geschichte ist ein Beispiel dafür, dass manche Menschen, auch ohne einen sachlichen Grund zu haben, konfliktfreudig sind. Der Neid ist dabei “nur” eine von vielen emotionalen Ursachen, die am meisten zu Konfliktsituationen führen.

Fachliche Probleme werden im Gegensatz dazu nicht auf persönlicher Ebene ausgetragen und können rein sachlich besprochen und durch die Betrachtung von 

  • Vorschriften, 
  • Gesetzen und 
  • anderen präzisen Anweisungen 

schnell gelöst werden.

Wenn 2 Personen miteinander streiten, können ihre Gefühle die Art und Weise beeinflussen, wie sie die Situation wahrnehmen und bewerten.

Dadurch fällt es ihnen schwer, kluge Entscheidungen zu treffen. Sie betrachten den Gegner nicht mehr als einzigartiges Individuum, sondern sehen nur noch Klischees.

Jedes Projekt erfordert eine Zusammenarbeit in der Gruppe.

Da wir alle unterschiedlich sind und nicht immer füreinander Verständnis haben, können sich kleine Auseinandersetzungen manchmal zu größeren Problemen entwickeln.

Bei Konflikten geht oft das gegenseitige Vertrauen verloren, obwohl es eines der wichtigsten Elemente ist, um gut zusammenzuarbeiten und zur Normalität zurückzukehren.

Deshalb möchte ich empfehlen, den Schwerpunkt in solchen Situationen auf deeskalierende Maßnahmen zu legen.

Zum Beispiel so:

  • (1) Zuerst kann man den Parteien bewusst machen, wie sich ein Konflikt entwickeln kann. Dafür kann man ihnen eine Übersicht über die verschiedenen Eskalationsstufen geben (zum Beispiel nach dem Eskalationsstufen-Modell von Glasl).

So wird deutlich, wie weit der Konflikt bereits fortgeschritten ist und welcher Schaden bei seiner weiteren Eskalation entstehen kann.

Wenn die Parteien einsichtig sind und ihre Situation reflektieren können, bietet dies eine gute Grundlage für den nächsten Schritt.

  • (2) Anschließend muss die Kommunikation entschärft werden. Dafür kann der Projektmanager Ich-Botschaften verwenden und sich an das Modell der gewaltfreien Kommunikation halten. Dabei ist es wichtig, unparteiisch zu bleiben, um das Vertrauen beider Parteien zu erhalten.

Das ist wahrscheinlich das Schwierigste.

In den meisten Konflikten, die ich erlebt habe, konnte die moderierende Person die Neutralität nicht bis zum Schluss bewahren.

Was eigentlich verständlich ist, da unsere menschliche, sehr emotionale Natur es uns nicht erlaubt.

Wir neigen immer dazu, eine persönliche Meinung zu entwickeln.

  • (3) Im letzten Schritt muss man den Beteiligten einfach etwas Zeit geben, sich wieder zu beruhigen. Wenn die Konfliktsituation besonders emotional war, kann es hilfreich sein, die Parteien vorübergehend räumlich oder sogar in Bezug auf die Projektarbeit zu trennen.

Die Stakeholder-Konfliktbalance ist ein untrennbarer Teil vom Stakeholdermanagement.

Da hat der Projektmanager folgende Aufgaben:

  • mögliche Konflikte zwischen den Stakeholdern am besten frühzeitig zu identifizieren und 
  • geeignete Maßnahmen zu ergreifen, um diese zu lösen oder zu minimieren.
Laufendes Stakeholdermanagement: Neue Zeiten neue Wege

6. Schritt
Laufendes Stakeholdermanagement:
Neue Zeiten neue Wege

“Der vollkommenste Menschenführer, den die Welt je gesehen hat”.

So haben die Leute über Abraham Lincoln gesprochen.

Aber so war es nicht immer.

Als junger Mann kritisierte er die Menschen nicht nur direkt, sondern machte sich in Gedichten und Briefen über sie lustig und legte diese Streitschriften auf der Straße ab, in der Gewissheit, dass sie gefunden werden.

Im Alter von 33 Jahren machte Abraham Lincoln sich über einen streitsüchtigen und eingebildeten Politiker namens James Shields lustig. Lincoln schrieb über ihn einen anonymen Brief im Springfield Journal.

Was ist dann passiert?

Die ganze Stadt lachte über Shields, während er selbst total wütend war.

Er fand heraus, wer der Autor des Briefes war und forderte Lincoln zum Duell.

Abraham Lincoln war gegen Duelle eingestellt. Aber er hatte keine andere Wahl, um seine Ehre zu retten.

Lincoln begann intensives Fechttraining unter der Anleitung eines erfahrenen Offiziers.

Schließlich kam der Tag des Duells. Abraham Lincoln und James Shields trafen sich, bereit, sich in einem Kampf auf Leben und Tod zu messen. Die Spannung lag in der Luft, als sie sich gegenüberstanden.

Doch dann geschah etwas Unerwartetes.

Kurz bevor der Kampf beginnen sollte, griffen ihre Sekundanten in letzter Minute ein und verhinderten so eine blutige Konfrontation.

Für Lincoln war dies ein Wendepunkt in seinem Leben.

Das Duell hatte ihm eine wichtige Lektion über den Wert des Lebens und die Bedeutung von zwischenmenschlichen Beziehungen beigebracht. Lincoln überdachte seine gesamte Kommunikation mit der Außenwelt.

Von diesem Moment an entschied er sich dafür, nie wieder andere Leute zu kritisieren oder lächerlich zu machen.

Diese Erfahrung prägte Lincolns Ansatz im Umgang mit Menschen und beeinflusste seine spätere Karriere als Politiker und Präsident.

So ist es auch im Stakeholdermanagement.

Man kann nicht sagen, dass es mit der Erstellung des Maßnahmenplanes beendet ist. Vielmehr befinden wir uns an dieser Stelle genau am Anfang des Weges.

Einmal definierte Vorgehensweisen bei verschiedenen betroffenen, beteiligten und interessierten Personen müssen immer wieder überprüft werden.

Wonach?

  • Ob die Maßnahmen immer noch die beabsichtigten Ziele erreichen.
  • Ob alle Stakeholder mit der aktuellen Situation zufrieden sind.
  • Ob sich die Position der Stakeholder in Bezug auf das Projekt geändert hat.
  • Ob die aufgewendeten Kapazitäten im Einklang mit dem erwarteten Nutzen stehen.

Wann?

  • Alle 2-3 Monate oder
  • wenn im Projekt etwas schief läuft (Widerstand, Demotivation) und
  • nach jedem erreichten Meilenstein.

Grundsätzlich gilt aber:

Da jedes Projekt einzigartig ist, müssen diese Aspekte immer an spezifische Bedürfnisse und Anforderungen durch Projektteam angepasst und die Maßnahmen dementsprechend neu überdacht werden.

Stakeholdermanagement: Wie geht es jetzt weiter?

Wie geht es jetzt weiter?

Ich weiß:

Das war ziemlich viel Information.

Doch wenn du einen Schritt nach dem anderen umsetzt, kannst du dein Stakeholdermanagement sehr einfach steuern und dich mehr auf die schwierigeren Aufgaben konzentrieren.

Mein letzter Tipp to go:

Lerne deine Stakeholder auf ihrem Projekt-Weg zu begleiten und mache sie zu deinen Verbündeten.

Was du dafür tun musst, erfährst du in meinem Trainings-Video “Change Management: Erfolgreiche Begleitung bei Veränderungen” für 0 €.

Klicke einfach auf den Titel des Videos oder in der Menüleiste auf 0 Euro Angebote.

Denke groß, handle gezielt!

Deine Lora

 

PS

Zurück zu meiner Geschichte aus dem ersten Schritt:

Ein paar Monate, nachdem wir umgezogen waren, sah die Welt schon ganz anders aus.

Wir lernten unsere Nachbarn besser kennen und wurden ebenfalls zu ihren Feiern eingeladen.

Die Macht des ständigen Kontaktes.

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Erfolgreiche Begleitung bei Veränderungen"

Jedes Projekt bedeutet eine Veränderung.

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