Veränderungsmanagement

Management of Change

Veränderungsmanagement ist wahrscheinlich genau das, was wirklich jeder Mensch unabhängig von Interessen und seinem Beruf braucht. Wir, Menschen, sind sozusagen Gewohnheitstiere. Ich bin mir sicher, es fällt jedem schwer, etwas zu verändern. Mit Veränderungen werden oft eher negative Assoziationen wahrgenommen als etwas positives. Genau deswegen ist es nicht leicht, Veränderungsmanagement oder auch Management of Change zu betreiben.

Gegner der Veränderungen: Nicht-WollerInnen

Oft hat man leider mehrere Gegenparteien. Das sind Menschen, die Veränderungen entweder nicht wollen oder damit verbundene Arbeit nicht ausführen können. Schauen wir uns zuerst die erste Variante an, die oft vorkommt und aus meiner Sicht nicht wirklich berechtigt ist. Man darf allerdings solche Menschen nicht ignorieren.
Hier kann ich euch aus der Praxis von meiner Freundin erzählen. Sie hat ein Projekt in einem großen Unternehmen begleitet. Für die Führungskräfte war die Umsetzung von diesem Projekt ein Maß, an dem ihre Arbeit bewertet wurde. Für die MitarbeiterInnen war das natürlich ein absolutes Gegenteil, nämlich eine Zusatzbelastung. Eine Veränderung im Betrieb bedeutet, dass alle damit verbundenen Prozesse neu überdacht und organisiert werden müssen. Für die MitarbeiterInnen heißt es, sie müssen sich in die neuen Abläufe einarbeiten, also mehr Aufwand bei dem gleichen Gehalt.
Was ist somit die Hauptaufgabe vom Projektmanagement-Team? Sie muss Anreize schaffen, ihre KollegInnen zu motivieren, mitzumachen. Das ist oft nicht einfach. Die Führungskräfte in diesem Betrieb haben das als ihre Aufgabe wahrgenommen und haben mit so einer Methode angefangen, die in der Privatwirtschaft keine Seltenheit ist. Sie haben nämlich die bekannte Druckmethode angewendet. Wenn eine Person sich offen als GegnerIn fürs Projekt präsentierte und sich offensichtlich nicht ändern wollte, musste sie mit einer Versetzung rechnen. Natürlich gibt es oft (meistens in Betrieben mit älteren MitarbeiterInnen) mehrere Nicht-WollerInnen. Selbstverständlich kann man sie alle nicht auf einmal versetzen. Man hat dann keinen, wer die Aufgaben übernimmt. Aber solche Menschen haben oft so etwas wie einen oder eine AnführerIn, der/die Unruhe stiftet. In diesem Betrieb wurden alle solche MitarbeiterInnen versetzt. Allerdings ging es an dieser Stelle um sehr wenige Menschen, denen eventuell sogar einen Gefallen getan wurde. Da diese MitarbeiterInnen mit ihrem alten Arbeitsplatz durch bevorstehende Veränderungen nicht mehr zufrieden waren.

Gegner der Veränderungen: Nicht-KönnerInnen

Bei Menschen, deren Problem eher in der Unfähigkeit besteht, den neuen Voraussetzungen der Stelle gerecht zu werden, sieht alles ganz anders aus. Zuerst versucht man, ihnen durch mehrere, teilweise wiederholte Schulungen und eine intensive Betreuung neue Fähigkeiten und fehlende Kompetenzen anzueignen. Falls es um einen hoffnungslosen Fall geht, was allerdings meistens selten vorkommt, dann kann es ebenfalls zu einer Versetzung führen. Das wird aber zum gesundheitlichen Wohl der Person passieren, da eine allgemeine Unzufriedenheit der MitarbeiterInnen mit ihrer Arbeitssituation oder Arbeitsstelle vermehrte Krankheitsfälle verursachen kann. Aufgrund dessen gehört eine gesunde und angenehme Arbeitsatmosphäre in einem Betrieb zu der Kernaufgabe von jedem Arbeitgeber.

Veränderungsmanagement oder besser gesagt Motivationsmanagement

Motivation der Menschen ist eine mit Abstand wichtige Fähigkeit der Führungskräfte. Aber auch das Projektteam muss über diese Kompetenz verfügen, wenn es Projekte erfolgreich durchführen möchte.
Unabhängig davon, wo du arbeitest, in der öffentlichen Verwaltung oder in der freien Wirtschaft, muss man immer alle Projektteilnehmenden motivieren durchzuhalten. Am besten klappt es, wenn man das Ziel immer allen vor Augen hält. Ich denke, wenn alle Beteiligten die Vision der Projektleitung kennen, dann ist es für alle das Endergebnis klarer und der Weg mit seinen Maßnahmen verständlicher. Wenn die mit dem Projekt verbundene Zukunft eher schwammig formuliert ist, wächst oft das Unsicherheitsgefühl der Teilnehmenden bezüglich des geplanten Vorhabens.
Darüber hinaus ist es extrem wichtig, ein eigenes Nutzen für jeden Projektteilnehmenden zu finden und es richtig rüberzubringen. So werden die Beteiligten nicht nur für ein gemeinsames Projektziel, sondern auch für ein eigenes Nutzen tätig. Wenn diese Methode aber nicht hilft, dann gibt es ein paar weiteren Motivations- und Überzeugungstechniken. Zum Beispiel Projektmarketing.

Projektmarketing

Hört sich für dich Projektmarketing lächerlich an? Ich denke, dass unsere ganze Wirtschaft und unser Leben fast ausschließlich durch eine Werbung so sind, wie sie sind. Meistens geht es natürlich um eine versteckte nicht bezahlte Werbung. Wenn ich zum Beispiel bei meiner Freundin eine hübsche Tasche sehe, die außerdem praktisch und gar nicht so teuer ist, von der sie total begeistert ist und mir darüber glücklich berichtet, dann überlege ich auch, so einen tollen Gegenstand zu kaufen. Dabei geht es nicht unbedingt darum, was du kaufst, sondern um das Gefühl, das du dadurch bekommst, das Glücksgefühl.
So ist es auch auf der Arbeit mit Projektmanagement. Mit einem richtigen Projektmarketing kannst du deine Projekte beliebt machen und höhere Akzeptanz der Projektmaßnahmen erzielen. Auf meiner Instagram-Seite lb_managerin habe ich bereits in einem Reel (Kurzvideo) sechs wichtige Marketingmaßnahmen präsentiert, die das A und O für schwere Projekte, Multiprojekte und Programmprojekte sind.
Worum geht es genau? Ganz einfach:


1. Finde einen tollen, originellen, gut klingenden, aber natürlich auch inhaltlich passenden Projektnamen. Am besten wäre der Name, den sich jeder gleich schnell merken kann.


2. Entwickle ein leicht erkennbares Logo, das man bei offiziellen Anlässen gut präsentieren kann. Das Logo wird zum Projektsymbol. Es verleiht allen Präsentationen und Projektunterlagen einen repräsentativen Charakter. So ein Logo wird jeder Person gleich beim ersten Blick auf die Unterlagen ihre Zugehörigkeit zum Projekt vermitteln.


3. Suche ein auffälliges Projektmanagement-Tool aus, dass nicht nur praktisch zum Projekt passt, sondern auch über eine tolle Grafik, Darstellung der Strukturen, Aufgaben usw. verfügt. Das erregt eine gewisse Aufmerksamkeit der it-affinen KollegInnen. Außerdem bleibt das bei Projektteilnehmenden länger visuell in Erinnerung und macht die Arbeit mit dem Programm sehr interessant.


4. Tue Gutes und vergesse nicht, darüber zu reden. Die Öffentlichkeitsarbeit war schon immer wichtig für alle Projekte, Organisationen und Unternehmen. Am besten wäre, wenn die Projektteilnehmenden immer wieder über ihr Projekt und seinen aktuellen Stand auf internen Veranstaltungen, Dienstbesprechungen und anderen Arbeitsversammlungen erzählen würden. Sehr gut dazu geeignet sind populäre interne Kommunikationskanäle wie Intranet. Du kannst da eine Seite extra fürs Projekt einrichten, wo du alle interessante Daten und Fakten in einer attraktiven Form präsentieren würdest. Eine Berichterstattung kann man unter anderem immer auf der Startseite mit Verlinkung auf Projektseite veröffentlichen.


5. Verteile Zuständigkeiten im Projekt für alle Beteiligten klar und deutlich. Wenn alle wissen, wer für welches Thema zuständig ist, verläuft die Kommunikation über und im Rahmen des Projektes viel leichter und unproblematischer. Auch die Kommunikationswege sind dadurch sehr transparent und ohne überflüssige Schleifen.


6. Erstelle schöne Flyer aus einem passenden dazu Papier mit kurzen Projekt-Hauptinformationen, die das Projekt, sein Ziel und Nutzen sowie evtl. das Projektteam sehr vorteilhaft und attraktiv darstellen würden. Das kann man immer wieder überall in verschiedenen Veranstaltungen verteilen und in Sozialräumen zum Lesen hinterlassen.


Das waren sechs mir bekannte Marketingmaßnahmen, die in der Regel gut ankommen und sich für mehr Motivation bei Projektarbeit sorgen. Veränderungsmanagement oder Management of Change ist eine interessante vielfältige Aufgabe, die unter anderem viel Öffentlichkeitsarbeit und Marketingmaßnahmen bedarf.
Welche Erfahrungen hast du bereits mit Veränderungsmanagement und Projektmarketing gemacht? Schreibe mir in die Kommentare.

Wenn du mehr zum Thema Projektmanagement erfahren möchtest, folge mir auf Instagram (lb_managerin).

#veränderungsmanagement #management #managementofchange #projektmanagement

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